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Rechenweg und Grenzen · Stand 08.09.2026

Ein Betriebswert braucht mehr als Umsatz mal Faktor.

Ein Ertragswert beschreibt, welchen heutigen Wert künftig verfügbare Überschüsse haben. Unser Rechner zeigt dafür vereinfachte Szenarien. Eine fachlich geprüfte Bewertung Ihres Betriebs kann er nicht ersetzen.

Wer eine grobe Zahl als festen Preis behandelt, übersieht schnell Arbeitskosten, Investitionen oder Abhängigkeiten. Deshalb können Sie bei uns jede Annahme nachvollziehen.

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Was wird in den zwölf Fragen erfasst?

Gewerk, Bundesland, Team, Rechtsform, Umsatz, Gewinn, Vergütung Ihrer Arbeitsleistung, Ihre Rolle, Auftragsstruktur, größter Auftraggeber, Ausstattung und Betriebsräume. Einfache Angaben stehen am Anfang; Finanzzahlen können Sie später ergänzen. Vor der Auswertung prüfen Sie alle Antworten.

So rechnet das Modell

  1. Es bildet den einfachen Durchschnitt aus einem bis vier angegebenen Jahresgewinnen vor Ertragsteuern.
  2. Einmalige Erträge im letzten Jahr werden abgezogen, tatsächlich einmalige Ausgaben zurückgerechnet. Diese Korrektur betrifft nur dieses eine Jahr.
  3. Noch nicht enthaltene angemessene Kosten für Ihre Arbeitsleistung werden abgezogen. Den Betrag geben Sie selbst an; eine Lohnpauschale nach Umsatz gibt es nicht.
  4. Eine sichtbare, veränderbare Steuerreserve wird angesetzt. Der voreingestellte Wert von 35 % ist unsere Modellannahme für die gesamte Belastung, kein ermittelter Steuersatz und keine vollständige AWH-Steuerberechnung.
  5. Der verbleibende Nachsteuerertrag wird durch 25, 20 und 15 % geteilt. Daraus entstehen drei Szenarien. Sie sind keine individuell ermittelten Risikosätze und keine garantierten Wertgrenzen.

Der ZDH beschreibt Nachsteuerzinssätze von 15 bis 25 % aus ausgewerteten AWH-Fällen. Das ist keine aktuelle Preistabelle für einzelne Gewerke. Die Mitte von 20 % dient hier nur dem Vergleich. Fachliche Einordnung des AWH-Verfahrens beim ZDH.

Ein Rechenbeispiel – kein Musterbetrieb

Angenommen, nach Korrekturen und angemessener Vergütung bleiben jährlich 100.000 Euro vor Steuern. Bei der frei gewählten Steuerreserve von 35 % verbleiben 65.000 Euro. Daraus ergeben sich:

Beispielszenarien für einen Nachsteuerertrag von 65.000 Euro
NettozinssatzRechnungErtragswert
25 %65.000 ÷ 0,25260.000 €
20 %65.000 ÷ 0,20325.000 €
15 %65.000 ÷ 0,15rund 433.000 €

Eine höhere Steuerreserve verringert den Rechenwert. Schon diese Annahme kann die Spanne deutlich verschieben. Ein höherer Umsatz erzeugt dagegen keinen automatischen Aufschlag.

Was eine fachliche AWH-Bewertung zusätzlich prüft

Die AWH-Systematik arbeitet mit bereinigten Vergangenheitsergebnissen, einer begründeten Zukunftsprognose, kalkulatorischen Kosten und einer betriebsspezifischen Risikoanalyse. Außerdem sind Erträge und Zinssätze steuerlich konsistent zu behandeln. Eine Online-Selbstauskunft deckt diese Prüfung nicht ab.

Unsere Antworten zu Kunden, Inhaberabhängigkeit und Ausstattung erzeugen deshalb Vorbereitungshinweise. Sie werden nicht in scheinbar präzise Euro-Aufschläge oder Abschläge umgerechnet. AWH-Handbuch, Version 5.2 vom 27.08.2024, insbesondere Schritte 5 bis 10.

Was bleibt außerhalb der Rechnung?

Ertragswert, Substanzwert und Marktvergleiche beantworten unterschiedliche Fragen. Aus keinem einzelnen Verfahren folgt automatisch der Betrag, der Ihnen nach einer Übergabe zur Verfügung steht. Verfahren der Unternehmensbewertung bei der IHK Hannover.

Für wen reicht dieser Rechner nicht aus?

Für Kaufpreisverhandlungen, Finanzierung, steuerliche Bewertungen, Rechtsstreitigkeiten, große Unternehmensgruppen und Betriebe in Sondersituationen brauchen Sie eine individuelle Bewertung. Bei Verlusten kann die Substanz eine wichtige Rolle spielen. Der Rechner setzt Ihren Betrieb deshalb nicht mit null Euro an.

[BELEG NÖTIG] Die fachliche Eignung unseres vereinfachten Modells muss mit qualifizierter AWH-Beratung und dokumentierten Vergleichsfällen geprüft werden. Recherche und Softwaretests ersetzen diese fachliche Prüfung nicht.

Häufige Fragen

Ist die berechnete Spanne mein erzielbarer Kaufpreis?

Nein. Die Spanne zeigt die Wirkung vorgegebener Rechenannahmen. Ein tatsächlicher Preis hängt unter anderem von geprüften Zukunftserträgen, dem Umfang der Übergabe, Vertragsbedingungen und einer Einigung der Beteiligten ab.

Werden Maschinen und Immobilie zum Ertragswert addiert?

Betriebsnotwendige Maschinen erwirtschaften den Ertrag bereits mit. Sie werden nicht einfach zusätzlich addiert. Eine Immobilie braucht eine separate Bewertung und einen konsistenten Mietansatz im Betrieb, damit ihr Nutzen nicht doppelt gezählt wird.

Kann ich ohne genaue Zahlen fortfahren?

Ja. Mit „Noch nicht sicher“ oder „Zahl gerade nicht zur Hand“ erhalten Sie eine Übersicht offener Angaben und Vorbereitungsschritte. Ohne Gewinn oder geklärte Arbeitskosten wird keine Euro-Spanne erfunden.

Was Sie mit dem Ergebnis anfangen können

Nehmen Sie die PDF mit Ihren Antworten zum Gespräch mit der Handwerkskammer oder Ihrer steuerlichen Beratung. Für die Unterlagen helfen der Ratgeber zu Übergabeunterlagen und unsere Nachfolge-Checkliste.

Verantwortlich für die redaktionelle Aufbereitung: weitermeistern. Über das Angebot und den Ansprechpartner.

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